Frequenzgang richtig lesen
Die bekannteste Messkurve ist auch die am leichtesten zu manipulierende. Vier Angaben entscheiden darüber, ob ein Frequenzgang aussagekräftig ist.
Messkurven sind die einzige Sprache, in der sich Lautsprecher objektiv vergleichen lassen. Sie werden aber selten vollständig veröffentlicht, und die Bedingungen, unter denen sie entstanden sind, stehen noch seltener dabei. Eine Messung ohne Angabe von Abstand, Winkel, Glättung und Messumgebung ist bestenfalls ein Hinweis.
Dieser Bereich erklärt die gängigen Darstellungen einzeln: was sie zeigen, was sie nicht zeigen und woran man erkennt, dass eine Kurve geschönt wurde. Wer die vier Standarddiagramme lesen kann, braucht für die Vorauswahl keinen Hörtermin mehr.
Die bekannteste Messkurve ist auch die am leichtesten zu manipulierende. Vier Angaben entscheiden darüber, ob ein Frequenzgang aussagekräftig ist.
Die Sprungantwort ist das einzige Diagramm, das die zeitliche Ordnung eines Lautsprechers direkt sichtbar macht. Und das am seltensten veröffentlichte.
Phase klingt nach Theorie, hat aber eine handfeste Folge: Frequenzen kommen zeitversetzt an. Ab welchem Versatz das hörbar wird, ist gut untersucht.
Nicht die Höhe des Klirrs entscheidet, sondern seine Ordnung und der Pegel, bei dem er auftritt. Ein Prozent kann unhörbar sein und ein Zehntel störend.
Das Wasserfalldiagramm zeigt, wie lange ein Lautsprecher braucht, um still zu werden. Genau dort sitzen Gehäuse- und Membranresonanzen.
Ein Messmikrofon mit Kalibrierdatei, ein Interface und freie Software reichen für alles, was im Wohnraum sinnvoll messbar ist.
Ein Testbericht ist so viel wert wie die Angaben zu seinen Messbedingungen. Eine Checkliste, mit der Sie Berichte in fünf Minuten einordnen.