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Aktiv oder passiv

Aktiv heißt: Trennung vor der Endstufe, eine Endstufe je Weg. Das löst mehrere Probleme auf einmal und schafft neue an anderer Stelle.

Zuletzt geprüft am

Passiv
eine Endstufe, Weiche mit Spulen und Kondensatoren dahinter
Aktiv
Trennung im Kleinsignal, je Weg eine Endstufe
Hauptvorteil aktiv
exakte Pegel-, Zeit- und Filteranpassung, keine Weichenverluste
Hauptnachteil aktiv
keine freie Gerätewahl, Elektronik altert mit

Der Unterschied liegt darin, an welcher Stelle der Kette das Signal auf die Wege verteilt wird. Passiv geschieht das nach der Endstufe, mit Spulen, Kondensatoren und Widerständen, die die volle Leistung führen. Aktiv geschieht es davor im Kleinsignal, analog oder digital, und jeder Weg bekommt eine eigene Endstufe.

Was die aktive Trennung technisch löst

Keine Verluste in der Weiche. Eine Basspule mit nennenswertem Gleichstromwiderstand verheizt Leistung und dämpft die Kontrolle über das Chassis. Aktiv entfällt das.

Exakter Pegelabgleich. Der Hochtöner ist fast immer empfindlicher als der Tieftöner. Passiv wird die Differenz mit Widerständen weggeworfen, aktiv wird die Verstärkung angepasst.

Filter unabhängig von der Last. Ein passives Filter arbeitet gegen die frequenzabhängige Impedanz des Chassis, ein aktives gegen einen definierten Eingangswiderstand. Das macht die Trennung berechenbar.

Laufzeitkorrektur. Die Verzögerung je Weg lässt sich einstellen, sodass die Schallanteile gleichzeitig eintreffen. Mit FIR-Filtern lässt sich sogar der Phasengang unabhängig vom Amplitudengang entzerren, siehe Zeitrichtigkeit.

Schutz der Chassis. Auslenkung und Spulentemperatur lassen sich überwachen. Dadurch kann näher an der Grenze gefahren werden, ohne dass etwas ausfällt.

Was dagegen spricht

Weniger Freiheit. Verstärker und Weiche sind festgelegt. Wer gern kombiniert und aufrüstet, verliert diese Möglichkeit.

Elektronik altert. Kondensatoren, Netzteile und digitale Module haben eine begrenzte Lebensdauer und sind vom Hersteller abhängig. Eine passive Box aus den 1980er Jahren lässt sich mit neuen Sicken und frischer Weiche wieder in Betrieb nehmen, siehe Reparatur und Sicken. Bei einer Aktivbox mit proprietärem DSP ist das schwieriger.

Strom an beiden Positionen. Jeder Lautsprecher braucht eine Steckdose, was die Aufstellung einschränkt.

Latenz bei digitaler Verarbeitung. Für Musik unkritisch, bei Video muss der Bildweg entsprechend verzögert werden.

Wo der Unterschied hörbar wird

Am deutlichsten im Bass. Die direkte Ankopplung der Endstufe an das Chassis ohne Spule davor sorgt für straffere Kontrolle, was sich als bessere Definition bemerkbar macht. Ebenfalls deutlich ist der Gewinn bei kompakten Konstruktionen, die aktiv entzerrt werden können, weil die Endstufe die Verluste ausgleicht.

Im Mittel- und Hochtonbereich ist der Unterschied kleiner und hängt stärker von der Abstimmung ab als vom Prinzip.

Für wen was passt

Aktiv lohnt sich für Menschen, die eine fertige, durchdachte Lösung wollen, wenig Platz für Geräte haben oder auf möglichst genaue Wiedergabe zielen. Studiotechnik ist aus diesen Gründen praktisch vollständig aktiv, siehe Studiomonitore.

Passiv lohnt sich für Menschen, die Geräte kombinieren, später aufrüsten oder gebraucht kaufen wollen, und für alle, die Wert auf sehr lange Nutzbarkeit legen.

Häufige Fragen

Ist ein Aktivlautsprecher automatisch besser?
Er hat bessere Voraussetzungen, denn Entwickler können Pegel, Zeit und Filter exakt festlegen und die Chassis schützen. Ob das Ergebnis besser ist, hängt an der Abstimmung. Eine schlecht abgestimmte Aktivbox klingt schlechter als eine gut entwickelte Passivbox.
Was ist der Unterschied zwischen aktiv und teilaktiv?
Bei teilaktiven Konstruktionen wird nur der Bass aktiv angetrieben, während Mittel- und Hochton passiv getrennt bleiben. Das kombiniert die Kontrolle im Bass mit der freien Verstärkerwahl für den Rest.
Was passiert, wenn die Elektronik ausfällt?
Bei Aktivlautsprechern ist die Elektronik Teil des Geräts. Sie ist reparabel, solange der Hersteller Module vorhält. Bei älteren Modellen kann das zum Problem werden, während passive Boxen mit jedem beliebigen Verstärker weiterlaufen.

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