Lautsprecher
Impedanz verstehen
Acht Ohm auf dem Papier können drei Ohm in der Praxis bedeuten. Der Verlauf zählt, nicht der Nennwert.
Zuletzt geprüft am
- Nennimpedanz
- grober Richtwert, meist 4 oder 8 Ohm
- Relevant
- Minimum und Phasenwinkel bei diesem Minimum
- Resonanzhöcker
- zeigt Einbaufrequenz und Gehäuseabstimmung
- Anstieg oben
- Schwingspuleninduktivität
Impedanz ist der frequenzabhängige Wechselstromwiderstand, den ein Lautsprecher dem Verstärker entgegensetzt. Sie schwankt über den Frequenzbereich erheblich, oft zwischen drei und fünfzig Ohm im selben Gerät. Die Nennangabe im Datenblatt ist ein grober Richtwert, meist in der Nähe des Minimums im Hauptarbeitsbereich.
Den Verlauf lesen
Der Höcker im Bass liegt bei der Einbauresonanz. Bei geschlossenen Gehäusen gibt es einen, bei Bassreflex zwei, mit einem Minimum dazwischen, das der Abstimmfrequenz entspricht. Damit verrät der Impedanzverlauf die Gehäusebauart, siehe Gehäusebauformen.
Das Minimum liegt meist im Grundton- oder Mitteltonbereich, wo Musik viel Energie hat. Genau hier entscheidet sich, was der Verstärker leisten muss.
Der Anstieg zu hohen Frequenzen entsteht durch die Induktivität der Schwingspule. Wird er durch ein Korrekturglied kompensiert, verläuft die Kurve oben flach.
Zacken oder Dellen im Mittelton deuten auf Resonanzen hin, entweder auf mechanische im Chassis oder auf stehende Wellen im Gehäuse.
Warum der Phasenwinkel dazugehört
Impedanz hat einen Betrag und einen Phasenwinkel. Ist der Winkel groß, laufen Strom und Spannung zeitlich auseinander, und der Verstärker muss hohen Strom bei gleichzeitig hoher Spannung liefern. Diese Kombination belastet die Endstufe stärker als ein niedriger Betrag allein.
Deshalb sind Angaben wie kritischer Lastwinkel oder die Kombination aus Minimum und Winkel in guten Tests enthalten. Ein Lautsprecher mit drei Ohm Minimum und kleinem Winkel ist unkritischer als einer mit vier Ohm und fünfzig Grad Phasenwinkel an derselben Stelle.
Praktische Folgerungen
Für die Verstärkerwahl. Prüfen Sie die Freigabe des Verstärkers für die tatsächliche Last, nicht für die Nennangabe. Bei Geräten mit knapper Auslegung führt eine schwierige Last zu Abschaltungen oder hörbarem Clipping bei höheren Pegeln.
Für Röhrenverstärker. Bei hohem Ausgangswiderstand folgt der Frequenzgang der Impedanzkurve. Ein Lautsprecher mit stark schwankender Impedanz klingt dann an jedem Verstärker anders. Konstruktionen mit geglättetem Verlauf sind hier klar im Vorteil, siehe Verstärker und Dämpfungsfaktor.
Für den Betrieb mehrerer Paare. Zwei parallel betriebene Paare halbieren die Impedanz. Das überfordert viele Verstärker und ist die häufigste Ursache für Überhitzung im Mehrraumbetrieb.
Für die eigene Messung. Der Impedanzverlauf lässt sich mit einer einfachen Messschaltung und derselben Software aufnehmen, die auch für Frequenzgänge genutzt wird. Für den Selbstbau ist er die Grundlage jeder Weichenentwicklung, siehe Weiche entwickeln.
Häufige Fragen
- Kann ich 4-Ohm-Lautsprecher an jedem Verstärker betreiben?
- Wenn der Verstärker für 4 Ohm freigegeben ist, ja. Kritisch wird es, wenn das Impedanzminimum deutlich darunter liegt und gleichzeitig ein großer Phasenwinkel auftritt, denn dann steigt der Strombedarf stark. Die Herstellerangabe zur zulässigen Last ist die verbindliche Auskunft.
- Warum hat der Impedanzverlauf zwei Höcker bei Bassreflex?
- Weil das Reflexsystem zwei gekoppelte Resonanzen hat. Zwischen den beiden Höckern liegt ein Minimum, das etwa der Abstimmfrequenz des Gehäuses entspricht. Bei geschlossenen Gehäusen gibt es nur einen Höcker.
- Beeinflusst die Impedanz den Klang?
- Indirekt. An einem Verstärker mit hohem Ausgangswiderstand, etwa manchen Röhrenverstärkern, folgt der Frequenzgang dem Impedanzverlauf. An einem Transistorverstärker mit niedrigem Ausgangswiderstand ist dieser Effekt vernachlässigbar.
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