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Lautsprecherkabel und Klang

Widerstand, Induktivität, Kapazität: drei Größen, die sich messen lassen. Alles Weitere gehört in den Bereich der Behauptungen.

Zuletzt geprüft am

Bis 3 m
1,5 mm² ausreichend
Bis 6 m
2,5 mm²
Über 10 m oder 4 Ohm
4 mm² und mehr
Ziel
Kabelwiderstand unter 5 Prozent der Lastimpedanz

Ein Lautsprecherkabel ist elektrisch durch drei Größen beschrieben: den Widerstand des Leiters, seine Induktivität und die Kapazität zwischen den Leitern. Alle drei sind messbar und in ihrer Wirkung berechenbar.

Der Widerstand ist die relevante Größe

Der Kabelwiderstand liegt in Reihe zur Last. Er verringert den Pegel geringfügig und, wichtiger, er verschlechtert den wirksamen Dämpfungsfaktor, siehe Verstärker und Dämpfungsfaktor.

Als Faustregel sollte der Kabelwiderstand unter fünf Prozent der Lastimpedanz bleiben. Bei 4 Ohm sind das 0,2 Ohm für die gesamte Schleife, also Hin- und Rückleiter.

Länge je Seite4-Ohm-Last8-Ohm-Last
bis 3 m1,5 mm²1,5 mm²
3 bis 6 m2,5 mm²1,5 mm²
6 bis 10 m4 mm²2,5 mm²
über 10 m6 mm²4 mm²

Diese Werte sind konservativ gerechnet und decken den praktischen Bedarf ab.

Induktivität und Kapazität

Die Induktivität eines üblichen Kabels liegt im Bereich von etwa einem halben Mikrohenry je Meter. Ihre Wirkung im Hörbereich ist gegenüber der Schwingspuleninduktivität, die tausendfach größer ist, vernachlässigbar.

Die Kapazität wird erst relevant, wenn sie sehr hoch ist. Bestimmte flächige Kabelkonstruktionen erreichen Werte, bei denen manche Verstärker mit Schwingneigung reagieren. Das ist kein Klangthema, sondern ein Stabilitätsthema, und es betrifft eine kleine Zahl von Kombinationen.

Was tatsächlich Unterschiede macht

Die Kontaktierung. Oxidierte oder lose Klemmen erzeugen Übergangswiderstände, die im schlimmsten Fall nichtlinear sind. Das ist hörbar. Steckverbindungen regelmäßig nachziehen und blanke Litzen erneuern.

Ein zu dünnes Kabel bei langen Strecken. Bei zwanzig Metern Klingeldraht an einem 4-Ohm-Lautsprecher liegt der Verlust im Bereich, in dem er auffällt.

Die Verlegung. Lautsprecherkabel parallel zu Netzleitungen über lange Strecken kann Einstreuungen begünstigen, vor allem bei hochohmigen Signalwegen. Kreuzen statt parallel führen ist die einfache Regel.

Einordnung fürs Budget

Ein ordentliches Kabel mit passendem Querschnitt und sauberen Anschlüssen ist eine Selbstverständlichkeit und kostet wenig. Der Betrag, der darüber hinausgeht, ist in Raumbehandlung oder in bessere Lautsprecher deutlich wirksamer investiert, siehe Budget und Prioritäten.

Wer den Unterschied für sich prüfen will, sollte es nach den Regeln der Hörproben-Methodik tun: Pegel angleichen, kurz umschalten, in beide Richtungen vergleichen. Genau dieser Aufbau ist der Grund, warum viele berichtete Kabelunterschiede in kontrollierten Vergleichen nicht bestätigt werden.

Häufige Fragen

Machen teure Kabel einen hörbaren Unterschied?
Solange Querschnitt und Kontaktierung stimmen, sind messbare Unterschiede zwischen ordentlichen Kabeln so klein, dass sie unterhalb der Wahrnehmungsschwellen liegen. Deutliche Unterschiede treten auf, wenn ein Kabel zu dünn ist oder ein Kontakt oxidiert ist.
Sind Bi-Wiring oder Bi-Amping sinnvoll?
Bi-Amping mit getrennten Endstufen je Weg hat eine technische Grundlage, weil die Endstufen entlastet werden. Bi-Wiring, also nur zwei Kabelpaare an denselben Verstärkerausgang, verändert primär den wirksamen Widerstand und ist entsprechend gering in seiner Wirkung.
Was ist mit der Einlaufzeit von Kabeln?
Für einen Einlaufeffekt bei Kabeln gibt es keine belastbare messtechnische Grundlage. Bei Lautsprecherchassis dagegen ändern sich Sicke und Zentrierspinne in den ersten Betriebsstunden messbar, dort ist der Effekt real, wenn auch klein.

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