Lautsprecher
PA- und Instrumentenlautsprecher
Wirkungsgrad, Belastbarkeit und definierte Abstrahlung schlagen in der Beschallung jeden Frequenzgang auf Achse.
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In der Beschallung gelten andere Randbedingungen: große Entfernungen, hohe Pegel über Stunden, wechselnde Räume und die Notwendigkeit, Zuschauerflächen gleichmäßig zu versorgen, ohne Wände zu beschallen.
Was in der Beschallung zählt
Wirkungsgrad. Werte von 95 bis über 105 Dezibel je Watt und Meter sind üblich, siehe Wirkungsgrad und Kennschalldruck. Das reduziert Verstärkerleistung, Verlustwärme und Kompression.
Definierte Abstrahlung. Hörner mit festgelegtem Öffnungswinkel richten die Energie auf das Publikum und lassen Wände und Decke möglichst außen vor. Das verbessert die Verständlichkeit deutlich, weil weniger Nachhall angeregt wird.
Belastbarkeit und Schutz. Dauerbetrieb an der Grenze ist Alltag. Entsprechend groß sind Schwingspulen, Wärmeableitung und die Begrenzerschaltungen.
Robustheit und Handhabung. Gehäuse müssen Transport aushalten, Griffe und Flugpunkte gehören zur Konstruktion.
Line Arrays
Bei größeren Veranstaltungen werden mehrere gleiche Elemente senkrecht angeordnet. Solange die Anordnung lang genug gegenüber der Wellenlänge ist, entsteht ein zylindrisches statt kugelförmiges Schallfeld, und der Pegel fällt mit der Entfernung langsamer.
Über die Krümmung der Anordnung wird die vertikale Abdeckung an die Zuschauerfläche angepasst. Das ist im Kern dieselbe Physik wie bei der Bündelung eines einzelnen Chassis, nur gezielt genutzt, siehe Richtwirkung und Abstrahlverhalten.
Instrumentenlautsprecher
Hier ist der Lautsprecher Teil des Instruments, nicht Teil einer Wiedergabekette. Ein klassischer Gitarrenlautsprecher überträgt oft nur bis etwa 5 Kilohertz, hat eine ausgeprägte Resonanzstruktur und komprimiert bei hohem Pegel hörbar. Diese Eigenschaften prägen den Klang und werden gezielt ausgewählt.
Ein Bassverstärkerlautsprecher ist dagegen auf Belastbarkeit und Hub ausgelegt, oft mit mehreren Chassis und Hornhochtöner für die Anschlagsgeräusche.
Wer solche Lautsprecher als HiFi-Wiedergabe missversteht, kommt zu falschen Urteilen: Sie sollen nicht neutral sein.
Was HiFi davon lernen kann
Zwei Punkte. Erstens der Wert eines definierten Abstrahlverhaltens: Ein Lautsprecher, der Wände weniger anregt, klingt in problematischen Räumen klarer. Genau deshalb sind Hornkonstruktionen und Waveguides auch im Wohnbereich ein sinnvoller Ansatz.
Zweitens der Wert von Reserve. Ein System mit hohem Wirkungsgrad arbeitet bei Wohnzimmerlautstärke in einem Bereich, in dem Verzerrungen und Kompression praktisch keine Rolle spielen, siehe Hörermüdung.
Häufige Fragen
- Warum klingen PA-Lautsprecher zu Hause oft unangenehm?
- Sie sind auf große Distanz und hohe Pegel ausgelegt, mit stark bündelnden Hörnern und einer Abstimmung, die im Nahbereich zu direkt wirkt. Außerdem sitzt der Hörer im Wohnzimmer meist im Nahfeld, wo sich die Wege noch nicht sauber summieren.
- Was ist ein Line Array?
- Eine senkrechte Anordnung vieler gleicher Wandler, die zusammen ein zylindrisches Schallfeld erzeugen. Dadurch nimmt der Pegel mit der Entfernung langsamer ab, und die vertikale Abstrahlung lässt sich über die Krümmung der Anordnung steuern.
- Warum klingt ein Gitarrenlautsprecher so speziell?
- Weil er Teil des Instrumentenklangs ist. Ein typischer Gitarrenlautsprecher überträgt nur einen begrenzten Bereich, hat ausgeprägte Resonanzen und komprimiert bei hohem Pegel. Genau das ist gewollt und nicht ein Mangel.
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