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Air Motion Transformer

Eine ziehharmonikaartig gefaltete Folie presst Luft aus ihren Falten. Der Trick vervielfacht die Luftgeschwindigkeit gegenüber der Membranbewegung.

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Der Air Motion Transformer, meist AMT abgekürzt, geht auf eine Entwicklung von Oskar Heil aus den 1970er Jahren zurück. Die Idee besteht darin, die Luft nicht durch Verschieben einer Fläche zu bewegen, sondern durch Zusammendrücken von Falten.

Das Prinzip

Die Membran ist eine leitfähig bedruckte Folie, die zickzackförmig gefaltet in einem starken Magnetfeld sitzt. Fließt Strom, bewegen sich benachbarte Faltenflanken aufeinander zu oder voneinander weg. Die Luft zwischen den Falten wird dabei herausgepresst beziehungsweise angesaugt.

Weil die Falten flach sind, legt die Luft einen längeren Weg zurück als die Folie selbst. Das Verhältnis liegt je nach Geometrie bei etwa vier bis fünf zu eins. Die Folge ist ein für Folienwandler hoher Wirkungsgrad bei sehr kleiner Membranbewegung.

Stärken

Die geringe bewegte Masse sorgt für sauberes Ausschwingen im Hochton, ähnlich wie bei anderen Folienwandlern. Gleichzeitig ist die Belastbarkeit höher als bei einem klassischen Bändchen, weil die Folie mechanisch stabiler eingespannt ist und keine großen Auslenkungen ausführt.

Das Abstrahlverhalten ist horizontal breit und vertikal je nach Bauhöhe gebündelt. Für Wohnräume ist das häufig günstig, weil Deckenreflexionen reduziert werden. Und die Impedanz liegt im normalen Bereich, ein Übertrager ist nicht nötig.

Grenzen

Untere Grenzfrequenz. AMT-Hochtöner arbeiten typischerweise ab etwa 1,5 bis 3 Kilohertz. Es gibt größere Ausführungen für den Mittelton, für den Bassbereich ist das Prinzip ungeeignet, weil die Volumenverschiebung nicht ausreicht.

Vertikale Bündelung. Bei größeren Bauformen wird der vertikale Öffnungswinkel eng. Der Hörplatz muss dann in der Höhe stimmen, was bei stehendem Hören auffällt.

Fertigungsqualität. Faltengeometrie, Folienspannung und Magnetsystem bestimmen das Ergebnis stark. Zwischen einem sorgfältig gefertigten und einem billigen AMT liegen Welten, was sich am Klirrverlauf über den Pegel zeigt, siehe Klirrfaktor und Verzerrungen.

Einordnung

Der AMT ist heute in allen Preisklassen anzutreffen, von der Studiomonitor-Serie bis zur Beschallungstechnik. Für die Kaufentscheidung ist das Prinzip weniger wichtig als die Umsetzung: Ein gut integrierter AMT mit sauberem Übergang zum Mitteltöner klingt besser als ein schlecht angebundener, unabhängig davon, wie exotisch das Prinzip wirkt.

Wer vergleichen will, achtet auf den Bereich um die Übernahmefrequenz. Dort treffen ein Flächenstrahler und ein Konus mit unterschiedlicher Abstrahlung aufeinander, und dort entscheidet sich, ob der Lautsprecher als Einheit wirkt, siehe Wege und Übernahmefrequenzen.

Häufige Fragen

Ist ein AMT dasselbe wie ein Bändchen?
Nein, auch wenn beide mit leichter Folie im Magnetfeld arbeiten. Beim Bändchen bewegt sich die Fläche als Ganzes, beim AMT bewegen sich die Faltenflanken aufeinander zu und pressen die Luft heraus. Dadurch ist die Luftgeschwindigkeit höher als die Membrangeschwindigkeit.
Warum wird der AMT so oft eingesetzt?
Er verbindet die geringe Membranmasse eines Folienwandlers mit einem für Folienwandler hohen Wirkungsgrad und guter Belastbarkeit. Damit passt er sowohl in HiFi-Lautsprecher als auch in Beschallungstechnik.

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