Schallwandler
Geschichte der Wandlerprinzipien
Fast alle heute genutzten Prinzipien wurden vor 1930 beschrieben. Was sich änderte, waren Materialien, Magnete und Rechenleistung.
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Die Geschichte der Schallwandlung ist weniger eine Folge von Erfindungen als eine Folge von Materialsprüngen. Die Prinzipien liegen fast alle seit den 1920er Jahren vor.
Die frühe Phase
Vor der elektrischen Verstärkung arbeitete die Wiedergabe rein mechanisch: Eine Nadel führte die Auslenkung der Rille über eine Membran und einen Trichter direkt an die Luft. Der Trichter war dabei nichts anderes als ein Impedanzwandler, also ein Horn, und er ist bis heute die effizienteste Form der Ankopplung.
Mit der Elektronenröhre wurde Verstärkung möglich, und damit lohnte sich ein Wandler, der elektrisch angesteuert wird. Der elektrodynamische Lautsprecher mit Konusmembran und Schwingspule setzte sich in den 1920er Jahren durch und blieb seither das dominierende Prinzip, siehe Der dynamische Wandler.
Die Nachkriegsjahrzehnte
In den 1950er und 1960er Jahren entstanden die Konzepte, die heute noch die Systematik bestimmen: geschlossene Gehäuse mit definierter Bedämpfung, Bassreflexabstimmung als berechenbares System, Mehrwegekonstruktionen mit Frequenzweichen und die ersten seriengefertigten Elektrostaten.
Parallel wurde die theoretische Grundlage gelegt, mit der sich das Verhalten eines Chassis im Gehäuse vorhersagen lässt. Die daraus hervorgegangenen Parametersätze sind bis heute die Grundlage jeder Gehäuseberechnung.
Die 1970er und 1980er Jahre
Diese Phase brachte die Diversifizierung der Wandlerprinzipien in die Serienfertigung: Magnetostaten, der Air Motion Transformer, Bändchenhochtöner sowie der Biegewellenwandler, der das Aufbrechen der Membran nicht bekämpft, sondern nutzt.
Gleichzeitig wurden neue Magnetwerkstoffe verfügbar. Sie erlaubten stärkere Felder bei kleinerem Bauvolumen und damit kompaktere Chassis mit besserer Kontrolle.
Die digitale Phase
Ab den 1990er Jahren veränderte sich weniger der Wandler als seine Ansteuerung. Digitale Signalverarbeitung erlaubt Trennung, Entzerrung und Laufzeitkorrektur unabhängig voneinander, und mit FIR-Filtern lässt sich der Phasengang korrigieren, ohne den Amplitudengang zu verändern, siehe Zeitrichtigkeit und Impulstreue.
Damit rückten Konzepte in Reichweite, die passiv kaum zu bauen waren: aktiv getrennte Systeme mit exakter Pegel- und Zeitanpassung je Weg, Raumkorrektur am Hörplatz und Schutzschaltungen, die die Chassis in ihren Grenzen halten, siehe Aktiv oder passiv.
Was daraus folgt
Wer heute einen Lautsprecher beurteilt, beurteilt selten ein neues Prinzip, sondern eine Umsetzung. Die interessanten Unterschiede liegen in Materialqualität, Antriebslinearität, Gehäusearbeit und Abstimmung, nicht in der Frage, welches Grundprinzip verwendet wird.
Für gebrauchte Geräte ist diese Kontinuität eine gute Nachricht: Ein sorgfältig konstruierter Lautsprecher aus den 1980er Jahren arbeitet nach denselben Regeln wie ein heutiger. Was altert, sind Sicken, Elkos und Schaumstoffteile, und das ist meist reparabel, siehe Reparatur und Sicken.
Häufige Fragen
- Wann entstand der dynamische Lautsprecher?
- Die Grundlagen wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts formuliert, die praxistaugliche Ausführung mit Konusmembran und Schwingspule wurde Mitte der 1920er Jahre patentiert und ab dann in Serie gebaut. Das Prinzip ist seither unverändert.
- Was hat sich seitdem am meisten verändert?
- Drei Dinge: Magnetwerkstoffe, die bei kleinerem Volumen stärkere Felder erlauben, Membranwerkstoffe und Simulations- und Messtechnik. Die Entwicklung eines Lautsprechers ist heute berechenbar, wo früher probiert wurde.
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Aktiv oder passiv
Aktiv heißt: Trennung vor der Endstufe, eine Endstufe je Weg. Das löst mehrere Probleme auf einmal und schafft neue an anderer Stelle.