Lautsprecher
Einbaulautsprecher und Architektur
Unsichtbar hat einen Preis: Der Einbauort bestimmt die Abstrahlung, und korrigieren lässt sich das nachträglich kaum.
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Einbaulösungen sind gefragt, wenn Technik nicht sichtbar sein soll. Akustisch bedeutet das, einen Teil der Gestaltungsfreiheit abzugeben, denn die Position wird von der Architektur bestimmt und nicht vom Klang.
Deckeneinbau
Der häufigste Fall in Wohnraumprojekten. Der Lautsprecher strahlt nach unten, der Hörer sitzt selten direkt darunter, und die Abstrahlachse trifft ihn schräg. Modelle mit schwenkbarem Hochtöner mildern das.
Das Volumen ist meist der Deckenhohlraum, dessen Größe niemand definiert. Ein Rückgehäuse schafft definierte Verhältnisse, verbessert die Reproduzierbarkeit und verhindert, dass der Schall in den Raum darüber wandert.
Für Musikwiedergabe in Küche, Bad oder Flur ist die Lösung gut geeignet. Für die Hauptanlage nicht, weil Stereoabbildung aus der Decke nicht funktioniert.
Wandeinbau
Akustisch günstiger, weil die Abstrahlrichtung stimmt und der Lautsprecher bündig mit der Wand abschließt. Der bündige Einbau hat sogar einen Vorteil: Es gibt keine Kantenreflexion an der Schallwand und keine Rückwandreflexion, was den Frequenzgang unterhalb von etwa 300 Hertz gleichmäßiger macht.
Der Nachteil ist die Festlegung. Position und Höhe sind nach dem Einbau nicht mehr veränderbar, und gerade die Position ist der wirksamste Hebel überhaupt, siehe Aufstellung und Hörplatz.
Deshalb gilt: erst den Hörplatz festlegen, dann die Einbaupositionen planen, nicht umgekehrt.
Unsichtbare Systeme
Es gibt Flächenwandler, die eingeputzt oder hinter Gipskarton montiert werden und die Fläche selbst zu Biegewellen anregen, verwandt mit dem Prinzip aus dem Beitrag zum Biegewellenwandler. Sie verschwinden vollständig in der Wand.
Der Kompromiss liegt im Bass, in der begrenzten Belastbarkeit und in der diffusen Ortung, weil eine große Fläche als Quelle wirkt. Für Beschallung und Hintergrundmusik ist das eine elegante Lösung, für kritisches Hören nicht.
Planungshinweise
- Verkabelung großzügig planen, auch für später denkbare Kanäle. Nachträglich verlegen ist der teuerste Teil.
- Rückgehäuse vorsehen, insbesondere in Mehrfamilienhäusern.
- Schallschutz beachten: Ein Deckeneinbau ohne Gehäuse überträgt Schall direkt in die Wohnung darüber.
- Position an der Nutzung ausrichten, nicht an der Symmetrie der Deckenleuchten.
- Für Heimkino die Vorgaben des Formats beachten, insbesondere für Höhenkanäle, siehe Heimkino.
Häufige Fragen
- Wie viel Volumen braucht ein Deckeneinbaulautsprecher?
- Er nutzt in der Regel den Hohlraum hinter der Decke als Volumen. Dessen Größe und Bedämpfung sind selten definiert, deshalb streut das Bassverhalten stark. Rückgehäuse lösen das und verbessern zugleich die Schalldämmung zum Nachbarraum.
- Taugen Einbaulautsprecher für Stereohören?
- Für Hintergrundmusik sehr gut. Für ernsthaftes Stereohören selten, weil sie meist zu weit auseinander und über dem Hörer sitzen. Für Höhenkanäle im Heimkino sind sie dagegen die naheliegende Lösung.
- Was ist mit unsichtbaren Lautsprechern hinter Putz?
- Es gibt Systeme, die als Fläche in die Wand eingeputzt werden und diese zu Biegewellen anregen. Sie sind optisch unschlagbar und akustisch ein Kompromiss, vor allem im Bass und bei der Ortung.
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