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Lautsprecher fürs Gaming

Am Schreibtisch dominiert die Tischreflexion. Wer Ortung braucht, löst zuerst dieses Problem und dann alles andere.

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Der Schreibtisch ist akustisch ein eigener Fall: sehr kurzer Hörabstand, eine große reflektierende Fläche direkt unter der Achse, oft eine Wand unmittelbar dahinter und ein Bildschirm zwischen den Lautsprechern.

Das Hauptproblem: die Tischreflexion

Der Schall trifft die Tischplatte und erreicht das Ohr wenige Zehntel Millisekunden nach dem Direktschall. Diese kurze Verzögerung erzeugt Auslöschungen und Anhebungen in regelmäßigen Abständen über die Frequenz, ein sogenannter Kammfiltereffekt. Hörbar ist das als hohle, verfärbte Wiedergabe und als unpräzise Ortung.

Gegenmaßnahmen, in der Reihenfolge ihrer Wirksamkeit: Lautsprecher auf Ständer oder Podeste bringen, sodass der Hochtöner auf Ohrhöhe liegt und die Reflexionsfläche kleiner wird; die Fläche zwischen Lautsprecher und Hörer mit einer Matte bedämpfen; die Lautsprecher leicht neigen, damit die Hauptachse an der Tischkante vorbeigeht.

Aufstellung

Auch am Schreibtisch gilt das Dreieck: gleicher Abstand zwischen den Lautsprechern und zum Kopf, siehe Aufstellung und Hörplatz. Bei kurzem Abstand ist Symmetrie besonders wichtig, weil schon wenige Zentimeter Unterschied hörbar sind.

Der Bildschirm zwischen den Lautsprechern reflektiert. Wenn möglich, sollten die Lautsprecher etwas vor der Bildschirmebene stehen.

Wandnähe hebt den Bass an. Bei Nahfeldmonitoren mit rückwärtiger Reflexöffnung sind zwanzig Zentimeter Abstand oft schon spürbar besser als fünf.

Welche Lautsprecher passen

Kompakte aktive Monitore sind hier die naheliegende Lösung, weil sie für kurzen Hörabstand ausgelegt sind, keine zusätzliche Elektronik brauchen und meist Einstellmöglichkeiten für Wandnähe mitbringen, siehe Studiomonitore und Abhören.

Wichtig ist ein gleichmäßiges Abstrahlverhalten, weil man am Schreibtisch selten still sitzt. Lautsprecher mit engem Sweet Spot sind hier unpraktisch, siehe Richtwirkung und Abstrahlverhalten.

Ein Subwoofer ist am Schreibtisch nur bedingt sinnvoll: Im kleinen Raum unter dem Tisch entstehen leicht dröhnende Überhöhungen. Wenn, dann leise eingestellt und mit Positionssuche.

Wann Kopfhörer besser sind

Wenn es auf Ortung im Wettbewerb ankommt, sind Kopfhörer im Vorteil: kein Raum, kein Übersprechen, konstante Verhältnisse unabhängig von der Kopfposition. Der Preis ist die Bühne im Kopf, siehe Wandler in Kopfhörern.

Für lange Sitzungen zählt außerdem der Pegel. Kopfhörer verleiten dazu, lauter zu hören, als man mit Lautsprechern würde. Gerade beim Spielen über Stunden ist das ein Thema, siehe Hörermüdung.

Häufige Fragen

Sind Kopfhörer beim Spielen im Vorteil?
Für präzise Ortung in kompetitiven Spielen ja, weil Raumreflexionen und Übersprechen entfallen. Für entspanntes Spielen und für Mitspielende im selben Raum sind Lautsprecher angenehmer.
Brauche ich Surround am Schreibtisch?
Selten. Der Abstand zu den seitlichen Positionen ist zu klein, um sie sinnvoll zu platzieren. Ein sauber aufgestelltes Stereopaar mit gutem Abstrahlverhalten liefert am Schreibtisch meist die bessere Ortung als ein schlecht platziertes Mehrkanalset.
Was bringt virtueller Raumklang über Kopfhörer?
Er simuliert die Filterung durch Kopf und Ohrmuschel und kann die Ortung nach vorn und hinten verbessern. Weil diese Filterung individuell verschieden ist, funktioniert das nicht bei jedem gleich gut.

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